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Reiner Calmund bloggt auch

Samstag, 31. Mai 2008 | Autor: Sportsmann

Der rheinländische Fußballfachmann Reiner Calmund zeigt sich umtriebig wie eh und je - nun bloggt er als Botschafter der Europameisterschaft über das Turnier, aber vor allem über “sein” geliebtes Klagenfurt. Das ist eine gute und runde Sache. Reiner Calmund wird sicher viele Geheimtipps für Klagenfurt- bzw. Kärnten-Besucher parat haben und fachmännisch-kontrovers das Turniergeschehen begleiten. Viel Spaß, Calli.

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Deutschland gewinnt - trotzdem noch viel Arbeit

Samstag, 31. Mai 2008 | Autor: Sportsmann

Das Spiel gegen Serbien werdet ihr sicher selbst verfolgt haben. Nachfolgend noch ein paar Kritikpunkte am Spiel der deutschen Nationalmannschaft, die in den nächsten Tagen und Spielen abgestellt werden sollten, um erfolgreich das kommende Turnier bestreiten zu können:

Generell ist das Tempo im Spiel zu erhöhen, um die gegnerische Defensive zu überraschen und vor nicht kalkulierbare Spielsituationen zu stellen. Dass darunter die Präzision des eigenen Spiels unter Umständen leiden kann, ist klar. Aber heute gegen Serbien haben wir geringes Tempo und fehlende Präzision gesehen - mit Ausnahme von Michael Ballack. So wird man aber kaum in einem Turnier gegen die stärksten Mannschaften der Welt bestehen können. Auch die Einwurf- und Freistoßsituationen müssen schneller und variabler ausgeführt werden - es sollte für die besten Spieler eines Landes eigentlich kein Problem darstellen, sich vorher schon über entsprechende offensiv ausgerichtete Laufwege bei einem Einwurf auszutauschen. Denn wenn der Ball 10 Sekunden nach einem eigenen Einwurf weit in der gegnerischen Hälfte beim eigenen Innenverteidiger angekommen ist, dann hat man nicht viel richtig gemacht.

Die Spieleröffnung durch die Innenverteidiger war gegen Serbien - vor allem im Nicht-Zusammenspiel mit den Außenverteigern - eine Katastrophe. Es ist klar, dass man als Verteidiger sehr sicherheitsorientiert agiert, aber ein wenig Variabilität und Risiko darf es schon sein, sonst endet die Europameisterschaft für Deutschland wie 2000 und 2004. Der Ball muss durch die Innenverteitiger schnell auf die Außenpositionen gepasst werden - und zwar nicht mit einem Querpass, sondern mit einem Diagonalpass, so dass Raum überwunden wird und die defensiven Mittelfeldspieler Ballack und Frings sich dann noch offensiver orientieren und ihre Schussstärke in Straumraumnähe ausspielen können. Wenn Mertesacker oder Metzelder aber erst 20 Meter in 5,6 oder 7 Sekunden mit dem Ball am Fuß in Richtung Mittelfeld traben, dann hat sich der Gegner sortiert, das unmittelbare Spieltableau wurde verengt und die dann gespielten Pässe bringen die Mitspieler in Verlegenheit, weil sie nicht frei den Ball annehmen können, sondern schon bei der Ballannahme von Gegenspielern behindert werden. So wird der eigene Spielfluss enorm gehemmt. Durch schnelleres Spiel können einfach viel mehr Torraumsituationen erzwungen werden; und davon benötigt Deutschland sehr viele, weil wir über keinen Weltklasse-Stürmer verfügen, der aus zwei Torchancen drei Tore macht.

Die Ausführung der Ecken sollte man auch noch einmal genauer absprechen; Frings Ecken waren zu kurz, und Schweinsteigers Ecken zu lang. Es ergibt dann keinen Sinn, dass die großen Innenverteidiger nach vorne für einen Kopfball kommen. Stattdessen könnte man ohne das Warten auf die Innenverteidiger die Ecken auch schneller ausführen. Oder man postiert Spieler etwas vor dem ersten Pfosten und etwas nach dem zweiten Pfosten zur Balleroberung, wenn man davon ausgeht, dass die Eckenschützen den Ball zu ungenau in den Torraum bringen. 

Der letzte Punkt, den ich hier ansprechen möchte, betrifft das über weite Strecken sehr umständliche Spiel im Strafraum bzw. in Strafraumnähe - man muss sich nicht zigmal den Ball zuspielen, wenn dadurch keine gefährlichere Spielsituation entsteht. Einfach mal aufs Tor abziehen! Fertig! Mit Glück wird der Ball abgefälscht - unhaltbar ins Tor, zur Ecke oder zu einem Mitspieler. Aber Pass über Pass, ohne wirklich den Torabschluss zu erzwingen, ist umständlich und führt selten zum Erfolg.

Gegenwärtig sähe meine Startformation so aus:

Gomez

Podolski            Klose

Schweinsteiger

Frings           Ballack

Jansen   Metzelder   Mertesacker   Lahm

Lehmann

Podolski rein - einfach zum Abziehen aufs Tor. Ballack müsste leider aufgrund fehlender Alternativen defensiver agieren. Aber so wird Löw wohl nicht spielen lassen.

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Torwette nach Torstatistik: 2,41 Tore pro Spiel

Samstag, 31. Mai 2008 | Autor: Sportsmann

Ab 1972 hat die deutsche Nationalmannschaft bei Fußball-Europameisterschaften insgesamt 32 Spiele bestritten, bei der sie 45 Tore in der regulären Spielzeit bzw. in der Verlängerung erzielte - das ergibt eine Torquote von 1,41 eigenen Toren pro Spiel. Die Anzahl der Gegentore beläuft sich auf 32, so dass sich eine Torquote von genau 1,00 Gegentoren pro Spiel der deutschen Nationalmannschaft ergibt. Insgesamt wurden also in den Spielen der deutschen Nationalmannschaft durchschnittlich 2,41 Tore pro Spiel erzielt.

Deutscher Rekordtorschütze ist derzeit Jürgen Klinsmann mit 5 Toren. Im aktuellen Kader stehen mit Michael Ballack und Torsten Frings zwei Spieler, die schon jeweils einmal bei einer Europameisterschaft getroffen haben. Dagegen erzielte noch niemand aus der derzeitigen Stürmerriege einen Treffer bei einer Europameisterschaft. Es ist zu hoffen, dass die Stürmer auch so viel persönlichen Ehrgeiz haben, um ihre desolate Torstatistik in diesem Jahr zu verbessern.

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Österreich untermauert Titelanspruch - 5:1 im Testspiel

Samstag, 31. Mai 2008 | Autor: Sportsmann

Der letzte Testspielgegner Malta wurde mit einem Blitzstart förmlich überrannt. So führte Österreich bereits nach 11 Minuten mit zwei Toren, bevor der maltesischen Elf vor der Halbzeitpause noch der Ausgleich gelang. Österreich ließ aber nicht nach, sondern markierte in der zweiten Spielhälfte noch drei Treffer weitere zu einem standesgemäßen Ergebnis. Das Spiel nutze Österreichs Coach Josef Hickersberger dazu, weitere Spieler zu testen. So bekamen Alexander Manninger, Jimmy Hoffer, Ümit Korkmaz, Ronald Gercaliu und Christoph Leitgeb eine Einsatzchance von Beginn an, um sich für den ersten Auftritt bei der Europameisterschaft zu empfehlen.

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Helden 2008 von Revolverheld - Fußballsong

Freitag, 30. Mai 2008 | Autor: Sportsmann

Auch der DFB kann einen offiziellen Fußballsong zur Europameisterschaft vorweisen. Dieser heißt “Helden 2008″ und wird von der Hamburger Rockband Revolverheld vorgetragen:

Der Fußballsong ist eingängig und klingt nicht schlecht, aber keine ernsthafte Konkurrenz für Gianna Nanninis & Edoardo Bennatos “Un Estate Italiana” aus dem Jahre 1990:

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Gotthilf Fischer singt zur Europameisterschaft

Freitag, 30. Mai 2008 | Autor: Sportsmann

Ein kleiner Vorgeschmack:

Geschmackssache - wie so vieles.

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Toni Kroos und Bojan Krkic hätten dabei sein müssen!

Freitag, 30. Mai 2008 | Autor: Sportsmann

Toni Kroos, 18 Jahre alt und bester Spieler der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2007, sowie Bojan Krkic, sogar erst 17 Jahre alt und drittbester Spieler der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2007, sind zwei Ausnahmekönner, die den Fußballfans in den nächsten 17, 18 Jahren noch sehr viel Freude bereiten werden, aber leider nicht bei der Europameisterschaft.

Toni Kroos wurde aufgrund geringer Spielpraxis beim FC Bayern München nicht berücksichtigt, Bojan Krkic dagegen aufgrund zu vieler Saisonspiele beim FC Barcelona. Trotzdem haben haben sie beide in der letzten Saison gezeigt, dass sie auf höchstem europäischen Niveau mindestens mithalten können; und mehr leisten die gegenwärtigen Feldspieler Nummer 20 in Deutschland (zum Beispiel David Odonkor von Real Betis) und Spanien (zum Beispiel Sergio Garcia von Real Saragossa) sicherlich auch nicht.

Bei einer Europameisterschaft der Senioren hätten sowohl Kroos als auch Krkic die Eigenheiten und Ansprüche eines großen Turniers behutsam kennen lernen können. Denn 2010, spätestens 2012 werden die Erwartungen an diese zwei Spieler enorm gestiegen sein; ein Turnier ohne öffentlichen Druck hätte ihnen geholfen, den dann gesteigerten Erwartungen zu entsprechen und sie richtig einzuordnen. 

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Torquote – Anzahl der Tore bei Europameisterschaften

Freitag, 30. Mai 2008 | Autor: Sportsmann

In den letzten Tagen ist wieder vermehrt Kritik am offiziellen Spielball der Europameisterschaft geübt worden, unter anderem auch von Jens Lehmann und den italienischen Torhütern. Besonders die „Flattereigenschaften“ des Spielballs wurden kritisiert, die die schussstarken Feldspieler angeblich den Torhütern gegenüber begünstigen. 

Die besonderen Flugeigenschaften des Spielballs resultieren natürlich aus der Weiterentwicklung der Spielbälle. Aber solche Diskussionen gab es auch schon bei den letzten großen Turnieren, so dass ein Blick auf die Torquote der letzten Europameisterschaften Aufschluss über die Entwicklung der Anzahl der Tore und der Torquote im Turnier geben kann:

  • 2004 Portugal - 77 Tore, 31 Spiele, Torquote: 2,48
  • 2000 Belgien, Niederlande - 85 Tore, 31 Spiele, Torquote: 2,74
  • 1996 England - 64 Tore, 31 Spiele, Torquote: 2,06
  • 1992 Schweden - 32 Tore, 15 Spiele, Torquote: 2,13
  • 1988 Deutschland - 34 Tore, 15 Spiele, Torquote: 2,27
  • 1984 Frankreich - 41 Tore, 15 Spiele, Torquote: 2,73
  • 1980 Italien - 27 Tore, 14 Spiele, Torquote: 1,93

Die Torquote der letzten beiden Europameisterschaften liegt dabei deutlich über dem Durchschnitt, so dass durchaus mit einer vergleichbaren Torquote von 2,5 Toren pro Spiel in diesem Jahr gerechnet werden kann. Außerdem ist zu beachten, dass etliche Torhüter sich nicht in Topform befinden und durchgreifend pfeifende Schiedsrichter viele aussichtsreiche Standardsituationen im Strafraum oder in der unmittelbaren Nähe des Strafraums schaffen werden.

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“Was wollt ihr denn hier?” - Ballacks Spielweise

Freitag, 30. Mai 2008 | Autor: Sportsmann

Eine gelungene Charakterisierung der Spielweise von Michael Ballack - und damit der Bedeutung für die deutsche Nationalmannschaft - findet sich im Tagesspiegel. Besonders gut gefällt mir die folgende Passage, da sie Aktivitäten auf dem Platz erläutert, die in keiner Statistik vorkommen, aber für den Erfolg einer Fußballmannschaft enorm wichtig sind:

Er hat eine natürliche Präsenz, sie wirkt wie selbstverständlich und strahlt auf seine Mitspieler. Er bestimmt den Rhythmus, beschleunigt oder verlangsamt das Spiel. Seine Mitspieler orientieren sich an ihm. Sie registrieren, wann und warum er sich mit Schiedsrichtern anlegt, wann und warum er sich in Zweikämpfe wirft. Sie verstehen seine Signale, wenn er den Ball einfach nur treibt oder mit langen Pässen die Räume öffnet. Er ist die Figur, die das Spiel in seinem Zentrum zusammenhält.

Quelle: Der Unvollendete, Tagesspiegel, 30.05.2008

Die allgemeine Kritik in der Öffentlichkeit, Michael Ballack hätte noch keinen großen Titel gewonnen, geht übrigens fehl, denn im Mannschaftssport Fußball benötigt man neben sich weitere international herausragende Mitspieler und eine sportliche Leitung, die für den entscheidenden 5. Elfmeter keinesfalls einen Engländer nominiert. 

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Roger Guerreiro - der Kevin Kuranyi Polens

Freitag, 30. Mai 2008 | Autor: Sportsmann

Na gut, nicht ganz. Denn Kevin Kuranyi besitzt mehrere Staatsangehörigkeiten und hat familiäre Verbindungen nach Deutschland, währenddessen Roger Guerreiro keine polnischen Vorfahren besitzt und nun vollwertiger polnischer Staatsbürger ist. Und “Stürmer” ist Roger Guerreiro auch nicht.

 

Roger Guerreiro tritt aber jedenfalls nicht nur halbwegs in die Fußstapfen deutscher Fußballspieler, die aus Einwanderer- oder Auswandererfamilien stammen, sondern vor allem in die vom früheren Nigerianer Emmanuel Olisadebe, der schon bei der Weltmeisterschaft 2002 für Polen spielte. 

 

Fraglich ist dann nur, wie emotional verbunden jemand mit einem Land sein kann, in dem man erst zwei Jahre Fußball gespielt hat. Die emotionale Verbundenheit wird den Ausschlag für die Akzeptanz in der Mannschaft geben. Und natürlich die fußballerischen Leistungen: So bereitete Roger Guerreiro den Siegtreffer beim 1:0-Erfolg über Albanien am Dienstag mustergültig vor.

 

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