Portugal Deutschland Tipp Viertelfinalspiel EM

Mittwoch, 18. Juni 2008 | Autor: Sportsmann


Im Viertelfinalspiel Portugal gegen Deutschland treffen zwei der Favoriten auf den Turniersieg früher als geplant aufeinander, weil Deutschland sich nur als Gruppenzweiter für das EM-Viertelfinale qualifizieren konnte. Beide Mannschaften haben großen Respekt voreinander und konnten in der jüngeren Vergangenheit mit gutem und erfolgreichem Fußball ihre Anhänger begeistern. Bei der EM 2008 jedoch ist Portugal bislang eindeutig besser in Form und verfügt ohnehin im Vergleich mit dem DFB-Team über die besseren Einzelspieler.

Statistik zum Viertelfinalspiel Portugal gegen Deutschland

Beide Mannschaften standen sich schon 15-mal gegenüber. Dabei konnten die Deutschen siebenmal und die Portugiesen dreimal gewinnen. Die letzte Begegnung fand am 8.07.2006 statt, als sich Deutschland mit einem 3:1-Sieg den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land sicherte. Bei Europameisterschaften fand diese Partie schon zweimal in Gruppenspielen statt: 1984 gab es ein torloses Remis, 2000 verlor Deutschland mit 0:3 gegen Portugal.

Spiele der Portugiesen in den letzten zwei Jahren gegen größere Fußballnationen

Drittes Gruppenspiel WM 2006: Portugal gegen Mexiko 2:1 (neutral)
Achtelfinale WM 2006: Portugal gegen Niederlande 1:0 (neutral)
Viertelfinale WM 2006: Portugal gegen England 3:1 im Elfmeterschießen (neutral)
Halbfinale WM 2006: Portugal gegen Frankreich 0:1 (neutral)
Spiel um Platz 3 WM 2006: Portugal gegen Deutschland 1:3 (neutral)
Freundschaftsspiel, 01.09.2006: Portugal gegen Dänemark 2:4 (auswärts)
EM-Qualifikation, 11.10.2006: Portugal gegen Polen 1:2 (auswärts)
Freundschaftsspiel, 06.02.2007: Portugal gegen Brasilien 2:0 (neutral)
EM-Qualifikation, 08.09.2007: Portugal gegen Polen 2:2 (heim)
Freundschaftsspiel, 06.02.2008: Portugal gegen Italien 1:3 (neutral)
Freundschaftsspiel, 26.03.2008: Portugal gegen Griechenland 1:2 (neutral)
Erste Gruppenspiel EM 2008: Portugal gegen Türkei 2:0 (neutral)
Zweites Gruppenspiel EM 2008: Portugal gegen Tschechien 3:1 (neutral)
Drittes Gruppenspiel EM 2008: Portugal gegen Schweiz 0:2 (neutral)

Spiele der Deutschen in den letzten zwei Jahren gegen größere Fußballnationen

Freundschaftsspiel, 01.03.2006: Deutschland gegen Italien 1:4 (auswärts)
Freundschaftsspiel, 22.03.2006: Deutschland gegen USA 4:1 (heim)
Zweites Gruppenspiel WM 2006: Deutschland gegen Polen 1:0 (neutral)
Achtelfinale WM 2006: Deutschland gegen Schweden 2:0 (neutral)
Viertelfinale WM 2006: Deutschland gegen Argentinien 4:2 im Elfmeterschießen (neutral)
Halbfinale WM 2006: Deutschland gegen Italien 0:2 nach Verlängerung (neutral)
Spiel um Platz 3 WM 2006: Deutschland gegen Portugal 3:1 (neutral)
Freundschaftsspiel, 16.08.2006: Deutschland gegen Schweden 3:0 (heim)
Freundschaftsspiel, 07.02.2007: Deutschland gegen Schweiz 3:1 (heim)
EM-Qualifikation, 24.03.2007: Deutschland gegen Tschechien 2:1 (auswärts)
Freundschaftsspiel, 28.03.2007: Deutschland gegen Dänemark 0:1 (heim)
Freundschaftsspiel, 22.08.2007: Deutschland gegen England 2:1 (auswärts)
Freundschaftsspiel, 12.09.2007: Deutschland gegen Rumänien 3:1 (heim)
EM-Qualifikation, 17.10.2007: Deutschland gegen Tschechien 0:3 (heim)
Freundschaftsspiel, 26.03.2008: Deutschland gegen Schweiz 4:0 (auswärts)
Erstes Gruppenspiel EM 2008: Deutschland gegen Polen 2:0 (neutral)
Zweites Gruppenspiel EM 2008: Deutschland gegen Kroatien 1:2 (neutral)

Rückblick auf die EM-Vorrunde von Portugal und Deutschland

Die deutsche Mannschaft tat sich nach dem recht überzeugenden Auftakt gegen Polen sehr schwer und musste nach einer verdienten Niederlage gegen Kroatien auch gegen den Außenseiter Österreich lange zittern. Schon die Partie gegen Polen offenbarte, dass die deutsche Elf einige Schwächen aufzuweisen hat. So konnte Marcel Jansen nicht überzeugen und ließ defensiv große Lücken entstehen. Doch durch den Sieg wurde vieles übertüncht und auch in der Berichterstattung wurden die Phasen des Spiels, in denen viel zu passiv agiert wurde und die nötige Aggressivität fehlte, zu wenig beachtet.

Im Vergleich zur WM 2006 fehlt es aber schon seit der ersten Minute an der Unbedingtheit, mit der vor zwei Jahren in jeder Partie auf Sieg gespielt wurde. Zeitweise fiel das Team sogar in alte Muster zurück, die längst überwunden schienen. Gegen Kroatien und Österreich wurde dieser Eindruck noch verstärkt. Lange hat man nicht mehr so viele Quer- und Rückpässe einer deutschen Mannschaft gesehen wie in diesen beiden Spielen.

Die Portugiesen hingegen sind mit einer großen Leichtigkeit in das Viertelfinale spaziert. Schon im ersten Spiel, gegen eine völlig überforderte türkische Mannschaft, zeigten die Spieler um Superstar Cristiano Ronaldo, dass mit ihnen zu rechnen ist. Mit schnellem und direktem Offensivspiel setzten sie fast über das gesamte Spiel den Gegner unter Druck und mit ein bisschen Glück bei einigen Torchancen hätte es zum großen Debakel für die Türkei kommen können. Auch gegen die Tschechen spielte Portugal überzeugend, aber nicht mehr so zwingend. Dennoch hatten sie stets das Geschehen im Griff und konnten zu einem verdienten und klaren Sieg kommen. Das letzte Gruppenspiel gegen die Schweiz war bedeutungslos, so dass viele Stammkräfte geschont wurden.

Taktik für das Viertelfinalspiel zwischen Portugal und Deutschland

Jogi Löw steht vor seiner schwersten Aufgabe seiner Amtszeit. Nach einer sehr durchwachsenden Vorrunde muss es eine massive Leistungssteigerung geben, um nicht schon frühzeitig das Turnier zu beenden. Es scheint nicht viel geblieben zu sein von den neuen Tugenden, die Jürgen Klinsmann der DFB-Elf zur WM 2006 eingeimpft hat. Das mutige Offensivspiel findet kaum noch statt und ist einem abwartenden und vorsichtigen Stil gewichen, der in seinen schlimmsten Phasen an die Zeiten unter Berti Vogts erinnerte. Wenn man gegen Portugal eine Chance haben möchte, muss man von Beginn an Pressing spielen und den technisch überlegenen Gegner zu Fehlern zwingen. Anders als gegen Kroatien und Österreich muss man initiativ auftreten. Wenn Portugal Raum bekommt und nicht schon im Spielaufbau attackiert wird, wird es sehr schwer für jeden Gegner.

Da die Portugiesen in der Vorrunde Schwächen bei Flanken zeigten und auch Ricardo im Tor nicht immer die beste Figur abgab, sollte das Spiel über außen forciert werden. Bislang wurde dies kaum versucht, was auch dazu führte, dass die Sturmspitzen wenig verwertbare Bälle bekommen haben. Bisher scheint es zudem, dass Deutschland die taktischen Veränderungen seit 2006 verschlafen hätte. Denn die bisher stark aufspielenden Mannschaften bei dieser Europameisterschaft spielen nur mit einem Strafraumspieler in der Spitze, und hängenden und schnell nachrückenden Spitzen dahinter, die vor allem beim Umschalten von Defensive auf Offensive als unabdingbare Verknüpfung der Mannschaftsteile dienen. Dagegen klaffte im deutschen Spiel ein nicht zu übersehendes Loch zwischen dem Mittelfeld und den Stürmern.

Portugal wird die Taktik der ersten beiden Spiele wieder anwenden und mit dominantem Offensivspiel den Erfolg suchen. Mit dem erfahren Nuno Gomes als Mittelstürmer, dem wendigen Simao und dem unberechenbaren Cristiano Ronaldo verfügen sie über großartige Waffen im Spiel nach vorne. Das gesamte Spiel der Portugiesen ist auf Ballbesitz angelegt und da sie über eine technisch hervorragende Mannschaft verfügen, können sie dieses Konzept meist sehr gut umsetzen. Sie spielen mit einer Viererkette in der Abwehr, davor mit einem sehr flexiblen Mittelfeld, in dem Deco die Fäden zieht und nur einer echten Sturmspitze. Simao als Halbspitze und Cristiano Ronaldo als Außenspieler stoßen jedoch immer wieder gefährlich in den Strafraum vor und machen damit jeder Abwehr das Leben schwer. Aber nicht nur die Offensivspieler sind gefährlich. Auch Pepe und die anderen Defensivspieler suchen bei Standards und auch aus dem Spiel heraus immer wieder den Weg zum Tor.

Personelle Änderungen für das Viertelfinalspiel zwischen Portugal und Deutschland

Nach der für Deutschland enttäuschend verlaufenen Vorrunde könnte man die halbe Mannschaft austauschen. Einzig Philip Lahm und Per Mertesacker konnten bislang in allen Spielen überzeugen. Da Lukas Podolskis Einsatz wegen einer Wadenverletzung gefährdet ist, könnte Mario Gomez auch wieder im Viertelfinale zum Einsatz kommen. Er und Miro Klose konnten bislang überhaupt nicht überzeugen, aber könnten mangels großer Alternativen im Team bleiben.

Ob Torsten Frings aufgrund eines Rippenbruchs zum Einsatz kommen kann, ist fraglich, denn auch ohne Verletzung lieferte er noch keine perfekten Leistungen ab. Wenn es nur nach Leistung ginge, müsste auch Frings um seinen Platz bangen, aber als wichtiger Teil der Hierarchie bleibt er sicher im Team, ebenso wie Michael Ballack. Beide müssten sich enorm steigern, insbesondere in der Vorwärtsbewegung. Die beiden Außenpositionen und der Rechtsverteidiger bleiben die einzigen Variablen. Vielleicht wäre Clemens Fritz rechts hinten besser gegen wendige Leute wie Simao und Ronaldo geeignet als der etwas hüftsteife Arne Friedrich. Gut möglich, dass im Mittelfeld Bastian Schweinsteiger und Tim Borowski spielen werden, da sich von den anderen Kandidaten niemand nachhaltig aufgedrängt hat.

Felipe Scolari wird auf seine bewährte Abwehr um die beiden Topleute Ricardo Carvalho und Pepe bauen. Rechts ist der bärenstarke Jose Bosingwa und links Paulo Ferreira, der im Vergleich zu den anderen etwas abfällt, bislang aber sehr gut gespielt hat. Im Mittelfeld agieren Joao Moutinho und Deco zentral, rechts Petit und links Cristiano Ronaldo. Für Petit könnte auch Ricardo Quaresma spielen, der offensiv stärker ist. Cristiano Ronaldo wechselt gerne die Seiten und wird in der Anfangsphase testen, welcher Gegenspieler ihm besser liegt. Da Philipp Lahm auf der rechten portugiesischen Seite spielt, wird er vermutlich auf links beginnen. Etwas zurückhängend und mit großem Aktionsradius spielt der bewegliche Simao und kreiselt um den Stoßstürmer Nuno Gomes.

EM-Tipps für das Viertelfinalspiel Portugal gegen Deutschland

Nach den bisherigen Eindrücken wäre es schon eine Überraschung, wenn die deutsche Mannschaft sich durchsetzen könnte. Das offensive Spiel der Portugiesen könnte ihr allerdings entgegen kommen und die eigenen kreativen Schwächen überdecken. Mit schnellem Konterspiel und dem nötigen Mut ist auch dieses Spiel zu gewinnen. Vielleicht profitiert das Team auch davon, dass es erstmals nicht als Favorit in ein Spiel geht und spielt befreit auf. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine deutsche Mannschaft trotz nominaler Unterlegenheit eine Topmannschaft aus einem Turnier wirft. Zumindest würde ein solcher Sieg dem Mythos von der deutschen Turniermannschaft neues Leben einhauchen. Als Fan der deutschen Mannschaft ist es natürlich schwer, einen möglichst objektiven Tipp abzugeben. Man wünscht sich in diesen Tagen nur, dass sie wenigstens dagegenhalten kann. Daher sage ich mal: 1:1 nach 90 Minuten, und dann wird man sehen.

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Thema: Europameisterschaft Fußball, Sportwetten-Tipps

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Ein Kommentar

  1. Wie immer sehr gut. Ich habe bei bwin auf Portugal gesetzt, da Portugal einen Tag länger Pause hatte und im letzten Vorrundenspiel die B-Elf spielen lassen konnte. So konnten sich die Stars ausruhen. Ich denke das wird auch eine wichtige Rolle spielen.

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