Schweiz gegen Tschechien Spielbericht und Statistik
Sonntag, 8. Juni 2008 | Autor: Sportsmann
Köbi Kuhn konnte beim ersten Spiel auf den Innenverteidiger Patrick Müller zurückgreifen, der nach einer langen Verletzungspause zwar über keine ausreichende Spielpraxis verfügte, aber im Spiel größtenteils sicher agierte. Auf der tschechischen Seite übernahm David Jarolim zusammen mit Jan Polak für den verletzt ausfallenden Tomas Rosicky die Rolle im offensiven Mittelfeld. Das spannende Eröffnungsspiel wurde engagiert geführt, aber war zu keiner Zeit hochklassig.
Erste Halbzeit zwischen der Schweiz und Tschechien
Die erste Chance des Spiels erspielte sich Alexander Frei mit einem Weitschuss aus etwa 20m in der dritten Minute. Im Folgenden waren die Schweizer sehr bemüht, die Initiative zu übernehmen und Torchancen herauszuarbeiten; wurden aber beim Spielaufbau immer wieder früh gestört. Prägend für diese Phase war das kompromisslose Duell zwischen Libor Sionko und Ludovic Magnin auf der Außenbahn.
Die Schweizer versuchten bei Balleroberung immer wieder durch schnelles Passspiel zu Torchancen zu kommen. Immer wieder flankten die Schweizer gefährlich in den Fünf-Meter-Raum, die aber durch die Tschechen abgefangen wurden. Bei Ballbesitz der Tschechen agierten die Schweizer tief gestaffelt, um das schnelle gegnerische Passspiel zu unterbinden.
Das Spiel der Tschechen variierte im Gegensatz zu früheren Spielen sehr, denn das Spiel über Flügel der Tschechen belebte das Offensivspiel, auch wenn sich auf dieser Seite keine zwingende Torgefahr ergab. Koller wurde aber auch öfters mit langen Bällen aus der Abwehr angespielt, die er auf die Mittelfeldspieler ablegte. In der 13. Minute wurde der schweizerische Torwart Diego Benaglio erstmals gefordert, als sich eine abgefälschte Flanke von David Jarolim gefährlich vor dem Tor senkte. Auch sonst verhielten sich die Abwehrreihen bis zu diesem Zeitpunkt sehr aufmerksam und leisten sich keine großen Fehler.
Frei ließ sich nun immer wieder mannschaftsdienlich ins Mittelfeld zurückfallen, um Bälle zu erobern und für die Mitspieler als Anspielstation zu dienen. Dann ergaben sich in der 18. und 20. Minute zwei gute Chancen für die Schweizer, als erst ein Freistoß für Torgefahr sorgte und kurz darauf die tschechische Abwehr das erste Mal überspielt werden konnte, worauf Cech glänzend vor dem freien Frei parierte.
Die Tschechen brachten nun vermehrt gefährliche Flanken von der rechten Seite in den Strafraum, die aber bisher keinen Abnehmer fanden. Tranquillo Barnetta wurde so wenigstens in der Defensive gebunden und konnte seine offensiven Qualitäten nicht ausnutzen. Nach einer halben Stunde gingen die Bemühungen beider Seiten etwas zurück und man musste der bisherigen Lebhaftigkeit etwas Tribut zollen. Die Ungenauigkeit der Pässe nahm zu. Die Tschechen versuchten in der Folge das Spiel weiter zu beruhigen und die Schweizer in die Defensive zu drängen.
Barnetta fängt in der 37. Minute dann einen Ball im Mittelfeld ab, Pass auf Frei und Schuss aus 30m, den Cech nur über dem Kopf abklatschen kann. Den Abpraller kann Marco Streller nicht aufnehmen, der er sich beim Schuss Freis im Abseits befand. Ein paar Minuten später dann der Schock für die Schweizer: Alexander Frei verletzte sich in einem Zweikampf in der 43. Minute am Knie, was worauf unter Tränen und Schmerzen das Spielfeld verlassen musste. Allgemein waren Großchancen bis zur Halbzeit Mangelware. Die Partie flachte nach viel Engagement etwas ab; sie lebte vor allem von der Spannung.
Zweite Halbzeit zwischen der Schweiz und Tschechien
Hakan Yakin ersetzte nun Frei. Schweiz beginnt engagiert und mit gelungenen Torszenen: Barnetta legt auf Magnin ab, der einfach abzieht. Kurz darauf sorgt Yakin mit einem Freistoß aus 25m für Gefahr, der aber knapp übers Tor geht. Die Schweizer lassen sich den Verlust Freis nicht anmerken und spielen weiter engagiert auf. Die Schweizer sind direkt nach der Pause am Drücker und erarbeitet sich Feldvorteile. In der 56. Minute ersetzt Vaclav Sverkos den glücklosen und zweikampfschwachen Jan Koller.
Die gefährlichen Torsituationen in Strafraumnähe der Tschechen häufen sich nun; die linke Seite mit Barnetta und Yakin erstarkte zunehmend. Daraufhin verfolgten die Tschechen mit ihrer Routine das Ziel, Spielanteile zu gewinnen und den Ball sicher in den eigenen Reihen zu halten. In der 70. Minute ist es dann auch so weit: erstes Tor im Spiel und im Turnier - allerdings jubeln die tschechischen Spieler. Nachdem der Ball abgewehrt war, ergibt sich für beide Seiten eine unübersichtliche Situation, bei der die Abwehr überspielt wurde, der eingewechselte Sverkos am schnellsten schaltete und einen glücklich mit der Wade getroffenen Ball im Gehäuse versenkte.
Die Schweizer zeigen sich danach unbeeindruckt und bleiben ihrer Linie treu, die durchaus zu gefallen weiß: immer wieder das Spiel über die Außen, aber der letzte Pass kommt zu unpräzise. Schweiz weiterhin um Spielaufbau bemüht, aber die Kräfte schwanden zunehmend. Außerdem fehlte in dieser Phase auch die Kreativität, um die gut gestaffelten Tschechen in Verlegenheit zu bringen. In der 80. Minute ist es dann aber mal wieder so weit: Cech hält bravourös gegen Barnetta; der abgeprallte Ball wird von Vonlanthen aufgenommen und an die Latte geknallt.
Schweiz machte weiter Druck und drängte nun auf den Ausgleich. Die Tschechen wurden in dieser Phase des Spiels weit in die eigene Hälfte gedrückt und lauerten sogar kaum auf eigene Kontermöglichkeiten. Den Schweizern fehlten aber zum Ende des Spiels die Präzision und weiterhin die erspielten torgefährlichen Situationen, was auf der tschechischen Seite vor allen den starken Innenverteidigern zu verdanken war, die hohe Bälle sicher aus dem Strafraum herausköpften.
Fazit
Das Endergebnis ist so nicht ganz leistungsgerecht, da die Schweizer in der Offensive engagierter und gefährlicher zu Werke gingen. Neben dem Spiel verlieren die Schweizer mit Alexander Frei auch noch ihren besten Spieler durch eine Verletzung. Die Tschechen dagegen verfügen nun über eine gute Ausgangsposition für die nächsten beiden Gruppenspiele.
