Schweiz Türkei Tipps zur Europameisterschaft

Dienstag, 10. Juni 2008 | Autor: Sportsmann


Tragischer hätte das größte Fußball-Ereignis in der Schweiz seit 1954 für die schweizerische Nationalmannschaft nicht beginnen können. In ihrem Auftaktspiel gegen die Tschechische Republik verlieren die dominierenden Schweizer nicht nur die Partie, sondern auch ihren Kapitän und stärksten Spieler Alexander Frei.

Rückblick auf das erste Spiel von der Schweiz und der Türkei bei der Europameisterschaft

Der 28-Jährige setzte viele Akzente und erkämpfte sich einige Torchancen, die er jedoch nicht verwandeln konnte. Der gebürtige Basler war bis zur 45. Minute, als er im Zweikampf mit dem Tschechen Zdenek Grygera verletzt wurde, eindeutig der beste Mann auf dem Platz. Der Rekordtorschütze war erst im Januar nach achteinhalb Monaten Zwangspause, bedingt durch eine Hüft- und Wadenoperation, auf den Rasen zurückgekehrt.

Auch nach dem Ausfall ihres Kapitäns überzeugte die Schweizer Equipe. Schnell, trickreich und torgefährlich dominierten sie weite Teile der 2. Halbzeit. Einzig das gewisse Quäntchen Glück fehlte den Schweizern zum Auftaktsieg. Die Mannschaft von Jakob Kuhn ist schwer zu schlagen, jedoch gelingt es ihnen erfahrungsgemäß selten selber Tore zu schießen. Das zeigt sich besonders, wenn man sich die Statistiken der vergangenen Weltmeisterschaft anschaut: Die Schweizer schieden nach nur vier Spielen im Achtelfinale aus, kassierten jedoch kein einziges Tor. Die Mannschaft zeichnet sich vor allem durch ihre Zonendeckung sowie ihren großen Team- und Kampfgeist aus.

Und der Heimvorteil scheint die Schweizer zu beflügeln. Sie spielten zuletzt sehr offensiv und erkämpften sich viele Chancen. Die Niederlage gegen das deutlich unterlegene Team der Tschechen war mehr als unverdient. Die schweizerische Mannschaft zeigte Aggressivität und Lauffreude - Qualitäten, die ihnen im Spiel gegen die Türkei von großem Nutzen sein können. Das Schweizer Powerplay in den Schlussminuten könnte den zuletzt stark defensiven Türken die Heimreise bescheren.

Die Türkei erlebte in den letzten Jahren viele Höhen und Tiefen. Die WM-Dritten von 2002 konnten sich aber zum ersten Mal seit 6 Jahren wieder für ein großes Turnier qualifizieren. Doch auch sie gehen geschwächt in ihr 2. EM-Spiel. Eine eindeutige Steigerung wird von vielen Seiten gefordert. Die vorherrschende Defensive im Portugal-Spiel bringt offensichtlich keinen Erfolg. Die Mannschaft von Fatih Terim muss sich einfach mehr Torchancen herausarbeiten und ihr Spiel energischer vorantreiben. Denn der Türkei mangelte es im 1. Spiel an Risikobereitschaft. Sie schienen die vollkommen verkehrte Taktik gewählt zu haben und ließen sich viel ui oft in der eigenen Hälfte einlullen.

Ausblick auf die notwendigen Verbesserungen und Mannschaften zwischen der Schweiz und der Türkei

Trotz Fehlen zweier Stammspieler muss die türkische Mannschaft also deutlich offensiver spielen - auch wenn dadurch das Risiko steigt, Tore zu fangen. Doch die Türken zeigen sich vor ihrem nächsten Spiel selbstbewusst. Sie wissen, wo die Co-Gastgeber verwundbar sind und wollen sie über die Flügel packen. Die Türkei gibt zu, dass sie sich deutlich steigern muss und weist auf ihre guten Spieler hin. Semih Sentürk, der in der vergangenen Saison mit 17 Treffern Toptorjäger der türkischen Liga wurde, könnte diesmal eine Chance von der 1. Minute an bekommen. Er zeigte schon in den Qualifikationsspielen gegen Bosnien-Herzegowina und Norwegen seine Qualitäten.

Der Schweiz hingegen fehlen die Stürmer mit internationalem Format. Verfügbar sind nur noch der sehr unerfahrene, 19-jährige Eren Derdiyok, der in den knapp 10 Minuten seines Einsatzes im Auftaktspiel keine Akzente mehr setzen konnte, sowie Marco Streller, der mit Leistenproblemen und seiner Form zu kämpfen hat. Letzterer tauchte im Spiel gegen Tschechien fast vollkommen unter. Streller fiel einzig durch eine gute Gelegenheit in der 1. Hälfte auf, bei der er jedoch im Abseits stand. Hakan Yakin könnte eventuell als hängende Spitze eingesetzt werden. Er überzeugte im Eröffnungsspiel, vergab jedoch die Riesenchance zum 1:0 per Kopfball. Yakin kann Frei zwar nicht vollkommen ersetzen, ist aber besonderes durch seine große Agilität eine gute Alternative.

Auch die Türkei hat Ausfälle zu verzeichnen. Der 26-jährige Gökhan Zan von fällt für die nächste Partie seiner Mannschaft gegen die Schweiz aus. Der türkische Innenverteidiger hatte sich im EM-Auftaktspiel gegen Portugal eine Bänderverletzung im linken Knie zugezogen und musste in der 55. Minute ausgewechselt werden. Eine ähnliche Verletzung hat sich auch Zans Defensivpartner Servet Cetin zugezogen. Sein Einsatz im Schweiz-Spiel ist fraglich.
Eine Alternative für den Verletzten Zan ist Emre Asik. Schon im Portugalspiel machte er sich als Ersatz für die türkische Nummer 4 recht gut. Er brachte Schwung in das Spiel seiner Mannschaft, vergab jedoch eine Kopfballchance.

EM-Tipp für das Spiel Schweiz gegen Türkei

Beide Mannschaften begegneten sich in ihrer Länderspielgeschichte bisher 14mal, wobei die Türkei siebenmal und die Schweiz viermal gewinnen konnte. Die beiden Nationalmannschaften standen sich 2005 in zwei entscheidenden Qualifikationsspielen zur Weltmeisterschaft 2006 gegenüber, als der Schweiz nach einem 2:0 im Hinspiel ein 2:4 im Rückspiel in Istanbul reichte. Nach dem Spiel ereigneten sich hässliche Szenen, die zu hohen Strafen von Spielern und Mannschaften führten. Wenn die Spannungen auch in diesem Spiel anhalten und eine Mannschaft zurückliegt, dann könnte der erste Platzverweis dieses Turniers fällig werden.

Bisher konnte die Schweiz noch keins der sieben Spiele bei einer Europameisterschaft gewinnen; mit dem Heimvorteil im Rücken und einer ähnlich engagierten Leistung wie gegen die Tschechische Republik ist - trotz des Ausfalls Alexander Freis - der erste Sieg gegen die Türken nicht so unwahrscheinlich. Außerdem sind die Türken derzeit nicht in einer guten Verfassung und konnten ihrerseits nur eins der letzten acht Spiele bei Europameisterschaften gewinnen. Das erste Spiel machte auch den Anschein, als spielte die Türkei schon am Limit und könnte nichts mehr zusetzen. Da die Schweiz darüber hinaus auch der stärkere Gastgeber zu sein scheint und seit der Einführung der Gruppenphase mindestens ein Gastgeber das Halbfinale erreichen konnte, stehen die Chancen für die Schweiz nicht schlecht. Deshalb als Tipp ein 2:1 für die Schweiz.

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: Europameisterschaft Fußball, Sportwetten-Tipps

Diesen Beitrag kommentieren.

8 Kommentare

  1. Dein Beitrag ist echt interessant zu lesen. Ich wollte erst auf die Türlken Tippen, doch deine Begründungen sind überzeugend. Ach Mensch ist das schwer….

  2. 2
    Sportsmann 
    Mittwoch, 11. Juni 2008

    Du solltest dich von mir nicht zu einem Fehltipp verführen lassen. ;-) Die Türken werden hoffentlich dagegenhalten…

  3. ich bin mir ziemlich sicher, dass die schweizer das machen werden…
    das erste spiel war ein guter anhaltspunkt und hat mich sehr überrascht.
    wenn die chancenverwertung jetzt statt ans aluminium ins netz geht tippe ich auf ein 2:1

  4. Hallo Zusammen

    Der bessere soll gewinnen, aber bitte an uns schweizer, bitte bei der nationanlhumme nicht pfeiffen das ist chindisch

  5. Ich hoffe das es zu 1-1 kommt:)))

  6. Ich drücke beiden Manschaft den DAUMEN

    tipp auf 2-2

  7. Die Türken machen das heute ;)

  8. 8
    Sportsmann 
    Donnerstag, 12. Juni 2008

    Am Ende etwas glücklich für die Türken.

    Schade dass ein Gastgeber schon am zweiten Spieltag raus ist. Österreich kann am Donnerstag gleich folgen…

Kommentar abgeben