Tipp Kroatien Deutschland EM-Bewertung Mannschaften

Dienstag, 10. Juni 2008 | Autor: Sportsmann


Wenn am Donnerstag die deutsche Nationalmannschaft auf Kroatien trifft, stehen sich zahlreiche Bundesligaprofis gegenüber. Nach den Schweizern mit acht Spielern, stellen die Kroaten das zweithöchste Kontingent an Bundesliga-Legionären. Im Kader stehen nicht weniger als sechs Profis, die ihr Geld bei deutschen Klubs verdienen. Nach derzeitigem Stand stehen fünf von ihnen in der Startformation gegen Deutschland.

Rückblick auf das erste Spiel von Kroatien und Deutschland bei der Europameisterschaft

Mit dem Duell zwischen Deutschland und Kroatien stehen sich die vermeintlich stärksten Mannschaften der Gruppe B gegenüber. Allerdings konnte bislang nur die deutsche Elf überzeugen, während die Mannschaft vom Balkan gegen Österreich nach einer frühen Führung mehr als enttäuschte.

Wie so häufig in der Geschichte deutscher Nationalmannschaften präsentierte sich die Auswahl auf den Punkt bestens vorbereitet. Gegen starke Polen hat die Elf gezeigt, dass sie zum ganz engen Favoritenkreis bei der Europameisterschaft gehört. Besonders beeindruckend war die physische Präsenz der deutschen Mannschaft. Ein Beleg für die außergewöhnliche Fitness der deutschen Spieler ist die Laufleistung des Kapitäns. Von allen bisher eingesetzten Spielern bei diesem Turnier hat Michael Ballack bislang die weitesten Laufwege zurückgelegt, nämlich exakt 11,5km. Die Fitness dürfte also kein Problem für Löws Jungs werden, auch nicht für Christoph Metzelder, der sich trotz einiger kleiner Stellungsfehler deutlich verbessert zeigte. In den Gruppenspielen können Metzelder und Lehmann wichtige Spielpraxis sammeln.

Ausblick auf die notwendigen Verbesserungen und Mannschaften zwischen Kroatien und Deutschland

Den Gegner das Fürchten lehrt aber vor allem die deutsche Offensive. Hier hat der Bundestrainer die freie Auswahl zwischen mehreren Top-Spielern und somit unterschiedlichen Angriffsvariationen. Nach erfolgreichem Auftakt dürfte sich in der Anfangsformation gegen Kroatien jedoch keine Änderung finden. Lukas Podolski hat auf links im linken Mittelfeld überzeugt, Miro Klose ist als wichtiger Passgeber im deutschen Sturm gesetzt und auch der Stuttgarter Mario Gomez konnte trotz einiger unglücklicher Szenen überzeugen. Schließlich hat er das 1:0 gegen Polen mustergültig vorbereitet. Das zentrale Mittefeld mit Michael Ballack und Torsten Frings gehört ohnehin zum Besten dieses Turniers. Es ist von Weltklasse-Format und dürfte die eher langsame kroatische Innenverteidigung vor einige Probleme stellen. Die rechte Mittelfeldseite gehört Clemens Fritz. Der Bremer kann spielerisch zwar nicht in die Fußstapfen des verletzten Bernd Schneiders treten, überzeugt aber mit unbändigem Kampfwillen und Offensivdrang.

Im 4-4-2 von Jogi Löw gibt es allenthalben kleinere Baustellen, die gegen wirklich starke Teams aber zu einem größeren Problem werden könnten. Neben der Dauerdiskussion um Jens Lehmann und Christoph Metzelder bürgt vor allem die linke Abwehrseite von Marcel Jansen einiges Gefahrenpotential für das deutsche Tor. So stark der Bayern-Spieler in der Offensive ist, so große Schwächen offenbart er nämlich im Rückwärtsgang. Selbst die keineswegs überstarken Polen brachten die deutsche Defensive ein ums andere mal in Verlegenheit, als sie den reichlich vorhandenen Raum im Rücken von Jansen zu nutzen wussten. Sollten sich im Spiel gegen Kroatien wieder solche Freiräume ergeben, könnte Jogi Löw wieder Lahm auf die linke Seite beordern und auf rechts den Berliner Arne Friedrich bringen oder Allzweckwaffe Fritz nach hinten ziehen. Vielleicht kann sich Jansen aber auch steigern und sich an der Ruhe und Sicherheit von Per Mertesacker und Lahm orientieren.

Im Großen und Ganzen ist die deutsche Mannschaft sehr ausgeglichen besetzt. Für jede Position findet sich nahezu gleichwertiger Ersatz im Kader. Diese Situation ermöglicht dem Trainer eine Flexibilität, die jedem Gegner Schwierigkeiten bereitet. Neben der körperlichen Robustheit und der vielfältigen taktischen Möglichkeiten staunt die internationale Fachwelt vor allem aber über die hervorragende Technik der deutschen Spieler und die damit einhergehende Schnelligkeit des Passspiels. Im Vergleich zu anderen großen Nationen wie Frankreich und Italien scheint die deutsche Nationalmannschaft eine neue Ära des Fußballs eingeläutet zu haben, die auf konsequent vorgetragenem Offensivspiel fußt.

Kroatiens Trainer Slaven Bilic wird sich jedenfalls so seine Gedanken machen wie er die deutschen Offensivkräfte schwächen kann. Nach dem eher durchwachsenden Start gegen Österreich muss sich die kroatische Elf um einiges steigern, will sie gegen das deutsche Team eine echte Chance haben. Anders als bei vorangegangenen Turnieren besitzt diese kroatische Mannschaft allerdings ein ausgeprägtes Mannschaftsgefühl. Aus diesem Teamgeist heraus hat Slaven Bilic ein unbequemes Kollektiv geschaffen, das in der Qualifikation immerhin Russland und England hinter sich lassen konnte.

Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft ist der junge Luka Modric. Schon lange wird Modric als der kommende Mittelfeldstar in Europa gehandelt. Im ersten Gruppenspiel gegen die Österreicher hat er zwar noch nicht brilliert, aber seine Dienste dem Kollektiv untergeordnet. Dass er neben Kapitän und Routinier Niko Kovac der Führungsspieler ist, zeigt auch die Tatsache, dass er die Verantwortung übernahm und den Elfmeter im Tor von Jürgen Macho versenkte. Damit er seine Spielmacher-Qualitäten voll ausspielen kann, hält ihm der ehemalige Bundesliga-Profi Niko Kovac als defensiver Abräumer den Rücken frei. Als Flügelzange im Vierer-Mittelfeld fungieren Niko Kranjcar und Dario Srna. Während Kranjcar über eine tolle Technik verfügt ist Srna eher der athletische Typ. Wahrscheinlich wird im Spiel gegen Deutschland aber der Schalker Ivan Rakitic zum Einsatz kommen und einen der beiden ersetzen.

Slaven Bilic bevorzugt ebenso wie sein Gegenüber Jogi Löw ein 4-4-2-System. Als Stürmer fungierten im ersten Gruppenspiel zwei alte Bekannte aus der Bundesliga: Ivica Olic vom HSV und Mladen Petric von der Dortmunder Borussia. Gerade Olic ist ein unbequemer Gegenspieler mit einem riesigen Aktionsradius und einem zweifelhaften Talent, Freistöße an der Strafraumgrenze herauszuholen. Der torgefährlichste Kroate, Eduardo, fehlt allerdings verletzungsbedingt und ist offensichtlich nur schwer zu ersetzen.

Kopfzerbrechen dürfte Bilic aber in erster Linie die nicht immer sattelfeste Abwehr machen. Die Viererkette vor dem auch nicht gerade souveränen Torwart Stipe Pletikosa bilden die Routiniers Josip Simunic, Robert Kovac, Danijel Pranjic und Vedran Corluka. Allesamt Spieler, die ihr Handwerk beherrschen, aber zu gelegentlichen Leichtsinnsfehlern neigen. Über die Qualität von Simunic und Robert Kovac konnten sich die Fans die Bundesliga-Saison über ein genaues Bild machen. Beide haben nicht gerade überzeugt und dürften gegen Klose, Gomez und Podolski mit ihren Unachtsamkeiten so ihre Probleme bekommen.

EM-Tipp für das Spiel Kroatien gegen Deutschland

Die Länderspielgeschichte zwischen Kroatien und Deutschland umfasst angesichts der politischen Situation nach dem Zweiten Weltkrieg noch nicht so viele Spiele. Aber seit der Unabhängigkeit Kroatiens in den 90er Jahren gab es schon zwei einschneidende Begegnungen zwischen beiden Mannschaften. So bezwang Deutschland Kroatien bei der Europameisterschaft 1996 in England im Viertelfinale mit 2:1. Zwei Jahre später revanchierte sich Kroatien im Viertelfinale der Weltmeisterschaft in Frankreich in einem desaströsen Spiel der Deutschen mit 3:0. Das war der einzige Sieg Kroatiens in sieben Auseinandersetzungen mit Deutschland.

Obwohl Deutschland gegen Polen besser als Kroatien gegen Österreich ins Turnier startete, ist eine offene Partie zu erwarten, bei denen beide Mannschaften ihre Chancen haben werden. Je nach Tagesform der Stürmer und sonstigen torgefährlichen Mittelfeldspieler kann das Endergebnis variieren. Denn persönlich erwarte ich auch ein paar Abwehrschnitzer auf beiden Seiten. Daher mal ein 2:2 getippt.

 

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Thema: Europameisterschaft Fußball, Sportwetten-Tipps

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5 Kommentare

  1. Da habe ich nichts hinzuzufügen, außer das ich fest davon überzeugt bin, das die Deutschen eine Klasse besser sind und wieder 2:0 gewinnen, es wird aus kroatischer Sicht viele Chancen geben, da sie vor allem oft flach in den Strafraum spielen und schnell schalten können.
    Außerdem kennen sich die Spieler aus der Bundesliga und spielen zum Teil in Vereinen zusammen und weiß wie der ein oder andere Spieler spielt. Mal schauen, auf jeden Fall wirds spannend.

  2. Ich kann mich T-Low nur anschließen. Ich hoffe auch das Deutschland die Partie gewinnen wird. Ich drück Polen und Deutschland morgen die Daumen ;-)
    Und erstklassiger Blog hast du da auf die Beine gestellt.

  3. Die Analyse geht in die richtige Richtung, allerdings sehe ich D im Mittelfeld überlegen, so dass dieses einerseits die Spitzen bedienen kann und andererseits die leichten Schwächen in der Abwehrarbeit vor der Abwehr kompensiert. Ein Abwehrschnitzer ist bestimmt dabei. Deshalb 2:1 für Deutschland.

  4. Die Analyse geht mal wieder in die richtige Richtung, aber viele richtige Tipps zu Ergebnissen habe ich hier noch nicht gesehen.

  5. 5
    Sportsmann 
    Freitag, 13. Juni 2008

    Wenn ich die genauen Ergebnisse vorhersagen könnte, dann würde ich mir mit der wöchentlichen Verhundertfachung meines Vermögens alle Premier-League-Mannschaften aufkaufen - als kleines Hobby nebenbei.

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