Tipp zu EM-Spiel Italien gegen Rumänien

Mittwoch, 11. Juni 2008 | Autor: Sportsmann


Italien und Rumänien sorgten in ihren beiden Auftaktspielen der Europameisterschaft 2008 für Überraschungen. Italien, als einer der Top-Favoriten gehandelt vor dem Turnier, musste eine böse und vor allem in der Höhe unerwartete Niederlage gegen die Niederlande einstecken. Die Rumänen hingegen zeigten, dass sie nicht als wehrloser Punktelieferant in der berüchtigten Todesgruppe dienen wollen und rangen Frankreich höchst verdient einen Punkt ab. Für beide Mannschaften kommt es damit im zweiten Spiel schon zu einer Vorentscheidung im Kampf um das Viertelfinale.

Rückblick auf das erste Spiel von Italien und Rumänien bei der Europameisterschaft

Italien verließ sich wie auch bei der Weltmeisterschaft 2006 vor allem auf seine defensive Stärke. Gerade in der ersten Halbzeit fehlte es an der Entschlossenheit im Spiel nach vorne. Das Vertrauen in Luca Toni schien so groß zu sein, so dass man auf wenige, vielleicht sogar zufällige Chancen oder eine Standardsituation zu hoffen schien. Im Prinzip entspricht dieser Stil der italienischen Fußball-Mentalität, doch gerade bei der Weltmeisterschaft 2006 ergriff das italienische Team um Marcelo Lippi auch immer wieder die Initiative und suchte den Weg zum gegnerischen Tor. Im Spiel gegen die Niederlande wirkte es zeitweise jedoch so, als ob Italien überhaupt keinen Plan gehabt hätte, wie man ein Tor schießen könnte.

Eine italienische Abwehr, die drei Tore in einem Spiel bekommt und dabei sogar noch in einigen Situationen Glück hatte, sieht man nicht alle Tage. Da es sich bei den Akteuren aber zum Großteil um Spieler der Weltmeisterelf handelt, könnte es sich auch nur um einen unfassbar schlechten Tag gehandelt haben, der sich so kaum noch einmal wiederholen wird. Vor allem die Bemühungen nach dem Rückstand und das Pech bei mehreren Großchancen, lassen vermuten, dass man im zweiten Spiel eine Mannschaft mit einer anderen Einstellung sehen wird.

Die Rumänen entzauberten das französische Team, das von vielen Experten als Favorit gehandelt worden war, mit einfachsten Mitteln. Die beiden Stars der Mannschaft, Cristian Chivu und Adrian Mutu reichten aus, um mit clever vorgetragenen Angriffen die in die Jahre gekommenen Franzosen ein ums andere Mal in Verlegenheit zu bringen. Vor allem Chivu präsentierte sich als geniale Schaltstation im Mittelfeld und leitete fast jeden Angriff ein. Mit seiner überragenden Übersicht konnte er seinen schnellen und laufstarken Nebenleute immer in Szene setzen und dafür sorgen, dass Mutu häufig in günstiger Position ins Spiel kam. Mutu zeigte sicher nicht seine beste Leistung, konnte aber immer zwei bis drei Gegenspieler auf sich ziehen und Platz für seine nachrückenden Mitspieler schaffen. Einziges großes Manko der Rumänen war die Chancenverwertung. Ansonsten hätte auch Frankreich eine noch schlimmere Überraschung im ersten Spiel erlebt.

Ausblick auf die notwendigen Verbesserungen zwischen Italien und Rumänien

Italien hat fast alles falsch gemacht, was man in einem wichtigen Spiel falsch machen kann. Kein Mannschaftsteil konnte überzeugen, die Abwehr war löchrig, das Mittelfeld schlecht gestaffelt und zweikampfschwach, und die Stürmer vergaben ihre Möglichkeiten kläglich. Insofern kann im zweiten Spiel nur eine Steigerung erwartet werden. Die Italiener stehen mit dem Rücken zur Wand und brauchen dringend einen Sieg gegen Rumänien. Damit dieser gelingt, muss die zum Teil aufblitzende Arroganz des Weltmeisters abgestellt werden. In einem einzigen Spiel ist der Nimbus der unbezwingbaren Abwehr verloren gegangen. Auch deswegen wird man verstärkt in der Offensive zu Werke gehen und die vorhandene Qualität im Sturm besser ausspielen müssen.

Die Rumänen verfügen über eine technisch und taktisch hervorragend ausgebildete Mannschaft, die noch immer der alten Schule von Steaua Bukarest verpflichtet ist. Mit gepflegtem Kurzpassspiel und einer durchdachten Ordnung im Raum macht das rumänische Team es jedem Gegner schwer. Allerdings fehlt dabei, wie auch gegen Frankreich, hin und wieder die nötige Aggressivität. Manchmal gefallen sich die Mannen um Mutu zu sehr in ihrem technisch gefälligen Spiel und vergessen dabei das eigentliche Ziel des Spiels, nämlich Tore zu schießen. Besonders Adrian Mutu muss viel konsequenter den Abschluss suchen.

Ausblick auf die Mannschaften und Taktik zwischen Italien und Rumänien

Die Italiener können wohl kaum wieder mit einem derart defensiv ausgerichteten Mittelfeld agieren wie gegen Frankreich. Mit Gennaro Gattuso, Mauro Camoranesi und Massimo Ambrosini in einer Mannschaft fehlte es an der nötigen Offensivkraft, so dass auch der ansonsten brillante Andrea Pirlo oftmals überfordert wirkte. Da Alessandro del Piero nach seiner Einwechslung großen Schwung brachte, sollte Roberto Donadoni ihn von Anfang an gegen die Rumänen einsetzen und dafür Ambrosini oder Camoranesi opfern. Hinter den Spitzen eingesetzt, könnte del Piero die bislang kaum geforderte rumänische Abwehr ins Schwitzen bringen. Zumal Luca Toni kaum noch einmal so einen schwachen Tag wie gegen Frankreich erleben wird und dankbar sein würde für einen genialen Vorbereiter wie den Star von Juventus Turin.

Rumänien kann befreit aufspielen. Niemand traut ihnen in ihrer Gruppe etwas zu und da sie schon einen Punkt haben, könnte auch ein Unentschieden ausreichen. Selbst eine Niederlage muss noch nicht das Aus bedeuten. Da die Italiener aber unbedingt gewinnen müssen, werden die Rumänen aus einer starken Abwehr agieren und dann durch schnelles Umschalten über Christian Chivu den Weg in die Spitze suchen. Wie die Niederländer brillant vorgeführt haben ist Italien verwundbar, wenn man schnell und druckvoll kombiniert. In der Defensive wird es darauf ankommen, möglichst wenig Flanken zuzulassen und die Anspiele in die Spitze zu verhindern. Gerade Luca Toni ist im Strafraum brandgefährlich und darf nicht zur Entfaltung kommen. Wenn er einmal den Ball hat, ist es meisten schon zu spät, da er ihn mit seinem wuchtigen Körper so abschirmen kann, dass ein Gegenspieler nur noch die Möglichkeit hat, ihn mit einem Foulspiel zu stoppen.

EM-Tipp für das Spiel Italien gegen Rumänien

Rumänien würde es niemand übel nehmen, wenn das Aus nach der Vorrunde käme. Die Mannschaft kann nur gewinnen und dient nicht zuletzt auch einigen Spielern als Bühne, um sich für einen neuen Verein zu präsentieren. Wenn zu dieser Lockerheit die nötige Zielstrebigkeit kommt, könnte mit ein bisschen Glück am Ende der Vorrunde eine echte Sensation stehen. Man stelle sich nur vor, dass Italien und Frankreich ausscheiden würden und Rumänien zusammen mit den Niederlanden ins Viertelfinale einziehen würden. Bis dahin ist jedoch noch ein weiter Weg.

Italien wurde im ersten Spiel gegen die Niederlande kalt erwischt und muss sich nun ernsthaft Sorgen um den Viertelfinaleinzug bei der Europameisterschaft machen. Die Rumänen wussten im Spiel gegen Frankreich vor allem mit ihrer defensiven Taktik zu überzeugen. Allerdings wird es für sie gegen den Weltmeister sehr schwer, wenn dieser nur annähernd seine Form gefunden hat. Ein 1:0 für Italien ist trotz der Leistung gegen die Niederlande im Bereich des Möglichen. Die beiden Mannschaften trafen übrigens schon 14mal aufeinander, wobei Italien zehnmal und Rumänien zweimal siegte. So gab es im Viertelfinale der Europameisterschaft 2000 ein 2:0 der Italiener gegen die Rumänen. Außerdem gewann Rumänien nur eins ihrer 11 Spiele bei Europameisterschaften.

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Thema: Europameisterschaft Fußball, Sportwetten-Tipps

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