Wetttipps EM 2008 Österreich Polen Tipp
Dienstag, 10. Juni 2008 | Autor: Sportsmann
Mit Österreich und Polen treffen zwei Mannschaften aufeinander, die das erste Spiel verloren haben und damit unter erheblichem Erfolgsdruck stehen. Eine Niederlage bedeutet fast das sichere Aus in der Vorrunde und auch ein Unentschieden kann zu wenig sein. Deswegen gilt es für beide Teams, die richtigen Schlüsse aus den ersten Begegnungen zu ziehen, um die Chance auf das Viertelfinale offen zu halten. Trotz alle Unkenrufe besteht diese nach wie vor für beide Mannschaften, auch wenn dieses Ziel ferner ist denn je.
Rückblick auf das erste Spiel von Österreich und Polen bei der Europameisterschaft
Seit Österreich und die Schweiz als Gastgeber der Europameisterschaft 2008 bekannt gegeben wurden, prasselte massive Kritik auf die österreichische Nationalelf ein. Niemand traute der Mannschaft etwas zu und es gab sogar Vorschläge, die Mannschaft freiwillig zurückzuziehen. Glücklicherweise hat der Verband diesen absurden Forderungen nicht nachgegeben, und im ersten Spiel gegen Kroatien lieferte man vor allem in den letzten 20 Minuten einen aufopferungsvollen Kampf, der mit ein wenig Glück mindestens für ein Unentschieden hätte reichen können.
Dennoch kann nicht übersehen werden, dass es den Österreichern im Kader an Qualität fehlt. Es mangelt an Spielerpersönlichkeiten, die ein Spiel führen und auch einmal mit einer Einzelaktion entscheiden können. Deswegen muss man sich darauf verlegen, mit hoher Laufbereitschaft und großem Teamgeist aufzutreten, um es auf diese Weise dem Gegner so schwer wie möglich zu machen, zum Erfolg zu kommen. Wenn dann, anders als gegen die Kroaten, auch ein wenig Glück hinzukommt, ist ein Punktgewinn oder gar ein Sieg längst nicht so utopisch, wie es vor der Europameisterschaft schien.
Die polnische Mannschaft litt gegen Deutschland vor allem unter dem Problem, dass die beiden besten Polen in der deutschen Mannschaft spielten. Lukas Podolski und Miroslav Klose sind beide in Polen geboren und hätten sich vor ein paar Jahren ebenso gut für die polnische Elf entscheiden können. Da deren Entscheidung jedoch nicht mehr zu ändern ist, muss sich das polnische Team mit den zur Verfügung stehenden Spielern helfen.
Im ersten Spiel gab es durchaus positive Ansätze im Spiel nach vorne. Gerade auf der rechten Seite konnte Wojciech Lobodzinski von Wisla Krakau immer wieder für Gefahr sorgen und Marcel Jansen vor große Probleme stellen. Im Angriffszentrum fehlt allerdings Qualität, selbst wenn der ehemalige Dortmunder Ebi Smolarek sehr bemüht wirkte. Die Abwehr offenbarte allerdings mehrfach Lücken, wenn schnell und direkt gespielt wurde. Es fehlte in diesen Situationen häufig die Ordnung und so konnte Klose zweimal alleine Richtung Tor marschieren. Gegen Österreich sollte der Druck nicht so groß werden, aber nichtsdestotrotz gilt es, diese offenen Stellen im Abwehrverbund zu schließen.
Ausblick auf die notwendigen Verbesserungen und Mannschaften zwischen Österreich und Polen
Da Österreich im ersten Spiel bereits nach drei Minuten in Rückstand geriet, waren alle guten Vorsätze schnell vergessen. Anstatt wie in den Testspielen auf Pressing und Laufbereitschaft zu setzen, schockte das 1:0 die Mannschaft so, dass sie in eine Art Starre geriet. Erst in der zweiten Halbzeit konnte der Hebel umgelegt werden und man sah eine anrennende österreichische Mannschaft, welche die sehr passiven Kroaten ein ums andere Mal in Bedrängnis brachten. Ziel für das zweite Spiel muss es sein, diesen Druck schon von Beginn an zu entwickeln, auch wenn man damit Gefahr läuft, dass irgendwann, so wie in den Testspielen vor der Europameisterschaft, die Kondition zur Neige geht. Wenn es gelingt, in Führung zu gehen, kommt vielleicht noch einmal die berühmte zweite Luft. Zudem hat man kaum eine andere Wahl, als volles Risiko zu gehen.
Die Österreicher haben nicht viele taktische Variationsmöglichkeiten, wirkten aber gegen Kroatien sehr kompakt und machten kleine Fehler meistens mit einer geschlossenen Mannschaftsarbeit wett. Wie gegen Kroatien wird Hickersberger vermutlich wieder nur mit einer Spitze spielen und aus einer starken Defensive agieren lassen. Damit dies von Erfolg gekrönt wird, muss der österreichische Spielmacher Andreas Ivanschitz seine Mitspieler besser in Szene setzen. Dass Roland Linz als einzige Spitze einen schweren Stand haben würde, war vorher klar. Doch im zweiten Spiel muss man von ihm erwarten dürfen, dass er die Bälle besser hält und seinen Mitspielern damit die nötige Zeit verschafft nachzurücken. Insgesamt müssen sich die Österreicher mehr zutrauen als im Auftakt. Sie sollten gemerkt haben, dass sie mithalten können und haben sowieso nichts mehr zu verlieren.
Nach dem Spiel gegen Kroatien drängt sich vor allem Ümit Korkmaz für einen Platz in der ersten Elf auf. Nach seiner Einwechslung entfachte er großen Wirbel und sorgte mit gelungenen Einzelaktionen mehrfach für Gefahr. Ivica Vastic, der Publikumsliebling der Österreicher, wird wohl die Rolle des Jokers bleiben. Trotz unbestreitbarer fußballerischer Klasse, ist er mit seinen 38 Jahren nicht mehr für ein Spiel über 90 Minuten auf höchstem Tempo geeignet. Auch wenn Spieler wie Ronald Gercaliu und Jürgen Säumel enttäuschten, fehlen doch die klaren Alternativen. Die Zeiten, in denen Österreich über Spitzenspieler wie Andreas Herzog oder Toni Polster verfügte, sind lange vorbei.
Im ersten Spiel gegen Deutschland hatten sich die Polen nicht viel ausgerechnet und enttäuschten letztlich. Aber gegen Österreich geht man als Favorit ins Rennen und ist zum Siegen verpflichtet. Damit ist der Druck groß, denn eine Niederlage und selbst ein Unentschieden würden mit großer Wahrscheinlichkeit das vorzeitige Aus und mit Sicherheit eine Blamage bedeuten. Deswegen müssen die Polen, anders als gegen Deutschland, von Beginn an konzentriert auftreten und vor allem mehr Zweikämpfe gewinnen. Gegen Deutschland ließ man sich zu schnell den Schneid abkaufen und begriff erst spät, dass man durchaus eine Chance gehabt hätte. Gegen Österreich darf dies nicht passieren, da man bei einem Rückstand gegen ein ganzes Stadion spielen müsste und gegen eine Mannschaft, die wohl über sich hinauswachsen würde. Deswegen muss Polen von Beginn an konsequent auf einen Torerfolg abzielen, um jede Hoffnung der Österreicher im Keim zu ersticken.
Die Polen spielen in einer 4-2-3-1-Formation, die gegen Deutschland jedoch oft zu einem 4-5-1 wurde. Dies darf gegen Österreich nicht passieren. Von Anfang an muss Polen versuchen, die technisch unterlegenen Österreicher unter Druck zu setzen und ihnen mit schnellen Pässen und einer guten Ordnung im Raum die Möglichkeit für ihr Pressing nehmen. Spielerisch ist die polnische Mannschaft in der Lage, dies zu schaffen. Ob sie allerdings auch den nötigen Willen entwickeln kann, um sich gegen die mutigen Österreicher durchzusetzen, bleibt eine offene Frage. Zudem ist der erfahrene Leo Beenhakker immer für eine taktische Überraschung gut und könnte auch gegen die Österreicher mit einer unerwarteten Finesse für Sorgenfalten bei seinem Kollegen Josef Hickersberger sorgen.
Die Polen sind gezwungen, ihren Schlüsselspieler Maciej Zurawski zu ersetzen. Er zog sich gegen Deutschland eine Verletzung im hinteren Oberschenkel zu und kann im schlimmsten Fall überhaupt nicht mehr bei der Europameisterschaft 2008 eingesetzt werden. Eine Alternative drängt sich nicht auf, so dass sich Beenhakker wohl nach den Trainingseindrücken für Marek Saganowski oder Tomasz Zahorski entscheiden wird. Andernfalls müsste er sein komplettes System mitten im Turnier umstellen.
EM-Tipp für das Spiel Österreich gegen Polen
Eine Prognose für diese Begegnung abzugeben, ist nicht leicht. Der Papierform nach sollten die Polen knapp gewinnen, aber wenn die Österreicher einen guten Tag erwischen, ist auch eine Überraschung möglich. Beide Mannschaften müssen aber mit mehr Selbstbewusstsein und Mut zu Werke gehen, wenn sie nicht schon nach einer Woche aus dem Turnier ausscheiden wollen. Mit einem Sieg könnten die Österreicher ein “Endspiel” gegen Deutschland erzwingen, und mit einem Erfolg gegen das dann wahrscheinlich bereits qualifizierte Team aus dem Nachbarland könnten sich alle österreichischen Spieler ein Denkmal setzen.

Donnerstag, 12. Juni 2008
hmm wirklich schwieriger tipp aber ich denke mal ein 1:2 ist drin..
danke für den blog!!
Donnerstag, 12. Juni 2008
guter thread und was tippst du als ergebnis?
Donnerstag, 12. Juni 2008
…und mit einem Erfolg gegen das dann wahrscheinlich bereits qualifizierte Team aus dem Nachbarland… soviel dazu
Danke fürn den blog…
Donnerstag, 12. Juni 2008
Ich denke, dass die Österreicher unter Zugzwang stehen und einer Kritik in der EM im eigenen Land keine gute Figur zu machen entgehen möchten. Vor allem nach dem Aus für die Schweizer wird wohl die Motivation unter den Ösis sehr hoch sein. Jedoch sollte man eine polnische Elf, die eine verhältnismäßig gute Quali gespielt haben, sich aber gegen Deutschland nicht einsetzen konnten. Ich denke, dass sie in diesem Spel den Österreichern ihr eigenes Spiel aufzwingen und das Spiel mit einem 3:1 für sich entscheiden.